Am 1. Januar 2002 löste der Euro mit der Einführung des Bargelds die nationalen Währungen in der Europäischen Union als Zahlungsmittel ab. Dies hat für viele Unternehmen den internationalen Handel gerade hinsichtlich Fremdwährungen erleichtert. Aber dennoch gibt es ausreichend Geschäftspartner, bei denen das Einzugsgebiet sich nicht auf die Euro-Währungszone begrenzt. Man denke nur an die Schweiz oder die Vereinigten Staaten. In unserem Beitrag führen wir Sie zum Schotter und zeigen Ihnen, wie Sie Fremdwährungen in lexbizz behandeln. 

Führ‘ mich zum Schotter! – Fremdwährungen in lexbizz

Der Duden definiert Fremdwährung schlichtweg als „ausländische Währung“. Konkret bedeutet dies, dass es sich um eine Währung handelt, die außerhalb des Staates um Umlauf ist, dessen Zentralbank sie emittiert, also ausgegeben hat. 

Unternehmen, die regelmäßig Geschäftsbeziehungen außerhalb der Euro-Währungszone unterhalten, führen bei ihrem Kreditinstitut oft ein Fremdwährungskonto. Auf so einem Konto erfolgt die Anzeige der Umsätze und Salden ausschließlich in der jeweiligen Fremdwährung. 

Das Währungsmonopol eines Staates beruht auf Gesetzen. So regelt §14 Abs. 1 Satz 2 BbankG: „Auf Euro lautende Banknoten sind das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel.“ Akzeptiert ein Unternehmen also Fremdwährung, passiert dies auf freiwilliger Basis. 

Schon gewusst?

In der Schweiz regelt Art. 2 Bundesgesetz über die Währung und die Zahlungsmittel (WZG), dass die Schweizer Franken das gesetzliche Zahlungsmittel sind. In Österreich ist der Euro über §61 Abs. 1 des Nationalbankgesetzes geregelt. Im US-Bundesstaat Utah sind seit März 2011 sogar Gold und Silber als Zahlungsmittel akzeptiert!

No risk, no fun? Das Wechselkursrisiko 

Wann eine Faktura in der Fremdwährung erfolgt, hängt von der Vereinbarung ab, welche die Unternehmen untereinander getroffen haben. Haben Sie zum Beispiel mit einem US-Unternehmen die Übereinkunft getroffen, das Geschäft in US-Dollar abzuwickeln, tragen Sie das Wechselkursrisiko. Das klingt im ersten Moment dramatisch. Ist es aber nicht. 

Die Unsicherheit hinsichtlich der Fakturierung in Fremdwährung und dem damit verbundenen Wechselkursrisiko beruht oft auf der Wechselkursvolatilität. Gerade dann, wenn die Transaktion nicht zeitnah durchgeführt wird, sondern weit in der Zukunft liegt. Aber betrachten Sie die Geschäftsabwicklung in Fremdwährung doch einmal von der Seite Ihrer Geschäftspartner. 

Denn mitunter mag Ihnen aufgefallen sein, dass Unternehmen, die außerhalb der Euro-Währungszone liegen, die Zahlungsziele stark ausreizen oder sogar überschreiten. Ein Grund hierfür könnte sein, dass der Zahlende simpel auf einen für ihn günstigeren Wechselkurs wartet. Möchten Sie also Ihre Liquidität hoch halten und Ihre Forderungen schnell ausgeglichen haben, sollten auch Sie einige Ihrer Geschäfte in Fremdwährung abwickeln. 

Fremdwährung in lexbizz einrichten 

Standardmäßig sind in lexbizz der Schweizer Franken und der US-Dollar hinterlegt. Selbstverständlich können Sie aber weitere Währungen hinzufügen. Hierzu wählen Sie in der ScreenID CM2020PL (Währungen) die entsprechende WährungID aus. Sobald Sie den Haken in der Checkbox „Aktiv“ gesetzt haben, ist die Währung zur Verwendung freigegeben. 

Wird die Fremdwährung zusätzlich verbucht, muss der Haken „Verwendung in der Buchhaltung“ noch gesetzt werden. Anschließend hinterlegen Sie die entsprechenden Konten im Register „Hauptbuchkonten“. Über die Registerkarte „Einstellung Rundung“ können Sie zusätzlich eigene Rundungsregeln für Debitoren und Kreditoren definieren.  

Mit „Speichern“ ist die Währung dann in lexbizz angelegt. 

Manuelle Pflege der Wechselkurse 

Entscheiden Sie sich dazu, den Wechselkurs der Fremdwährung manuell zu pflegen, öffnen Sie im nächsten Schritt die ScreenID CM301000 (Wechselkurse). Als Basiswährung im Feld „nach Währung“ ist der Euro voreingestellt. Über das Feld „Gültig ab“ legen Sie den Zeitpunkt fest, ab dem der Wechselkurs gültig ist. 

In der Registerkarte „Kurs Erfassen“ legen Sie mit + eine neue Zeile an.In „von Währung“ wählen Sie die Fremdwährung aus, für die Sie den Wechselkurs erfassen möchten. Die „Art Wechselkurs“ ist mit „KASSA“ zu belegen. Anschließend tragen Sie im „Wechselkurs“ den aktuellen Wechselkurs ein und legen in der Spalte „Mult.Div.“ fest, ob der Wechselkurs multipliziert oder dividiert werden soll. Mit „Speichern“ ist der Kurs nun angelegt.  

Möchten Sie wissen, welchen Wechselkurse aktuell in Ihrer lexbizz-Instanz hinterlegt sind, so finden Sie diese unter „aktuell gültiger Wechselkurs“. 

Tipp der DIGITAL-WEBER

Sie können die Wechselkurse über das Icon „Datensätze aus Datei laden“ auch direkt via Excel einlesen. 

Automatisierte Pflege der Wechselkurse 

Solang die Währungscodes der ISO 4217 entsprechen, besteht die Möglichkeit, die Wechselkurse automatisiert zu aktualisieren. Die Werte werden hierzu online via Schnittstelle gezogen. 

Öffnen Sie hierfür die ScreenID=SM205030 (Automation Zeitplan Status). Dort finden Sie den Eintrag „CM.50.70.00“ mit der Beschreibung „Wechselkurse täglich abholen“.  

Mit einem Klick auf den Link öffnet sich der Screen „Automation Zeitpläne“.  

Setzen Sie den Haken bei „Aktiv“ sowie in der Registerkarte „Details“ bei „kein Ablaufdatum“. Unter der Registerkarte „Zeitplan“ können Sie weitere individuelle Einstellungen wie die Art der Planung und die Ausführungszeit festlegen. Sobald Sie die Eingaben speichern, ist die Automation aktiv. 

Fazit: Da ist der Schotter für Ihr Unternehmenswachstum! 

Die Nutzung von Fremdwährungen in lexbizz ist komfortabel und schnell erledigt. Wenn Sie die Automation nutzen, müssen Sie noch nicht einmal die aktuellen Kurse heraussuchen und eintragen. So können Sie beruhigt das vermeintliche Risiko hinsichtlich der Fremdwährungen wagen und damit Ihr Unternehmenswachstum weiter vorantreiben. 

Neugierig geworden? Treffen Sie sich einfach und unverbindlich auf einen (virtuellen) Kaffee mit uns. Wir führen Sie gerne zum Schotter und zeigen Ihnen, wie Ihr Unternehmen wachsen kann!